Die Gemeinde Böhl-Iggelheim übernimmt Verantwortung für die Zukunft: Mit der geplanten erneuerbaren Wärmeversorgung für die Jakob-Heinrich-Lützel Grundschule und das evangelische Gemeindezentrum setzt sie ein starkes Signal für nachhaltiges kommunales Handeln. Eine fundierte Machbarkeitsstudie hat den Weg dafür geebnet und liefert eine klare Empfehlung für eine zukunftssichere, klimafreundliche Lösung.
Im Rahmen der Studie wurden zwei innovative Versorgungsvarianten eingehend untersucht: eine kalte Nahwärme auf Basis von Erdwärmesonden sowie dezentrale Luft/Wasser-Wärmepumpen. Beide Lösungen wurden umfassend nach technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien bewertet – mit einem durchweg positiven Ergebnis. Beide Varianten übertreffen die fossile Bestandsversorgung in allen relevanten Kategorien deutlich.
Ökologisch
Aus ökologischer Sicht überzeugen beide Lösungen mit erheblichen CO₂-Einsparungen gegenüber der bisherigen Versorgung. Die kalte Nahwärme mit Erdwärmesonden und hocheffizienten Sole/Wasser-Wärmepumpen erzielt dabei die beste CO₂-Bilanz. Ergänzende Photovoltaikanlagen steigern die Effizienz beider Systeme zusätzlich. Da beide Varianten strombasiert arbeiten, verbessert sich ihre Umweltbilanz mit dem fortschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien im deutschen Stromnetz kontinuierlich weiter – die Klimaneutralität beider Varianten wird zwischen 2030 und 2040 erwartet.
Wirtschaftlich
Auch wirtschaftlich bieten beide Varianten überzeugende Vorteile: Die jährlichen Betriebskosten liegen bei beiden Lösungen spürbar unter denen der aktuellen Versorgung. Die kalte Nahwärme punktet dabei besonders mit sehr niedrigen Verbrauchskosten, die aus der hohen Effizienz der Erdwärmetechnologie resultieren. Investitionen in fossile Energieträger hingegen werden angesichts gesetzlicher Rahmenbedingungen, steigender Preise und des globalen Wandels hin zu erneuerbaren Energien langfristig unrentabel.
Skalierbar
Ein herausragender strategischer Vorteil der kalten Nahwärme liegt in ihrer Skalierbarkeit: Das System lässt sich flexibel und unkompliziert auf weitere Liegenschaften im Ortskern ausweiten. Da die umliegenden Gebäude in den kommenden Jahren ebenfalls auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung umgestellt werden sollen, bietet die kalte Nahwärme die ideale Grundlage für ein wachsendes, gemeinschaftliches Versorgungsnetz. Gerade im dicht bebauten Zentrum Iggelheims, wo die Aufstellung von Luft/Wasser-Wärmepumpen räumlich eingeschränkt ist, erweist sich dieses zukunftsoffene Konzept als besonders wertvoll.
Die Gemeinde Böhl-Iggelheim schafft mit diesem Vorhaben nicht nur eine nachhaltige Wärmeversorgung für zwei zentrale öffentliche Gebäude – sie legt den Grundstein für eine klimaneutrale kommunale Infrastruktur und positioniert sich als Vorreiterin einer verantwortungsvollen, zukunftsorientierten Kommunalpolitik.


