Integriertes Vorreiterkonzept VG Wörrstadt


Ein weiterer, wichtiger Meilenstein für den Klimaschutz in der Verbandsgemeinde Wörrstadt ist erreicht: Der Verbandsgemeinderat hat das neue Integrierte Vorreiterkonzept am 15. September 2026 beschlossen. Damit beweist die Verbandsgemeinde erneut ihre konsequente Klimaschutzpolitik, stärkt die Vorreiterrolle in der Region und Land sowie legt den Fahrplan fest, wie die vor Ort konsequent gesenkt werden können.
Das Vorreiterkonzept ist die strategische Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts von 2012. Es baut auf die bisherigen Erfolgen auf und definiert präzise, welche Schritte notwendig sind, um neue, ambitionierte Klimaziele zu erreichen.
Auf Grundlage der Vorgaben der Kommunalrichtlinie wurden im Rahmen des Integrierten Vorreiterkonzeptes zwei Zielsetzungen verfolgt. Zum einen das Ziel „Klimaneutrale Verbandsgemeinde bis 2040“. Damit ist gemeint, für das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde bis zum Jahr 2040 die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Anhand einer ausführlichen Potenzialanalyse wurden verschiedene Szenarien entwickelt, die den Weg zu diesem Ziel aufzeigen.
Ein weiteres Ziel stellt die „Klimaneutrale Verwaltung bis 2035“ dar. Ziel dessen ist, dass die Verwaltung als Vorbildfunktion vorangeht und aufzeigt, was konsequenter Klimaschutz bedeutet und wie er vor Ort aussehen kann. In Wörrstadt gibt es jedoch die Besonderheit, dass die Verwaltung seit dem Jahr 2017 schon die bilanzielle Klimaneutralität erreicht hat. Grund hierfür ist das kommunale Windrad, welches im Windpark Gabsheim steht. Aufgrund dessen wurde sich darauf geeinigt, dass Maßnahmen erarbeitet werden, die zu einer maximalen Reduktion des Endenergieverbrauchs und Emissionen führen sollen. Die Umsetzung hierzu soll gemeinsam mit den Ortsgemeinden und Stadt Wörrstadt für alle gemeindeeigenen Liegenschaften und Handlungsfelder erfolgen.
Als Grundlage für die eben beschriebenen Ziele diente eine ausführliche Energie- und Treibhausgasbilanz für das Jahr 2022. Hierbei wurden die Grundsätze der Bilanzierungssystematik Kommunal (BISKO) verfolgt, welche unter anderem die Berechnung nach der Territorialbilanz beinhaltet. Damit ist gemeint, dass alle Emissionen, die auf dem Gebiet der Verbandgemeinde anfallen, in die Bilanz miteinfließen, inklusive des Durchgangsverkehrs und insbesondere der beiden Autobahnen. Auch aufgrund dessen fällt der Anteil auf den Verkehr sehr hoch aus. In Zahlen belaufen sich die gesamten Treibhausgasemissionen auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde auf rund 241.700 Tonnen CO₂e pro Jahr, der gesamte Endenergieverbrauch auf etwa 739,450 GWhf pro Jahr.
Um das ambitionierte Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen wurden 54 Maßnahmen entwickelt. Diese wurden abgeglichen mit den Aufgaben zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung, welche im selben Zeitraum erstellt und beschlossen wurde.
Die Maßnahmen sind unterteilt in verschiedene Handlungsfelder, darunter das Feld „Wärme im gesamten Gebäudebestand“. Durch die Weiterführung bestehender Maßnahmen sowie Entwicklung neuer Maßnahmen sollen die Bürger:innen u.a. auf dem Weg zur erneuerbaren Energieversorgung und Gebäudehüllensanierung unterstützt werden. Neben den klimapositiven Auswirkungen sollen damit zudem auch extreme Preissteigerungen, wie sie zuletzt häufig durch die Nutzung fossiler Energieträger vorgekommen sind, verhindert werden.
Dasselbe Ziel wird im Handlungsfeld „Klimafreundliche Mobilität“ verfolgt. Mit verschiedenen Maßnahmen rund um die Elektromobilität soll den Bürger:innen der Umstieg auf emissionsärmere Mobilitätsformen und effizientere Fahrzeuge erleichtert werden.
Nach dem erneuten Hitzesommer, der deutschlandweit zu tausenden Todesfällen (RKI) geführt hat, wurde mit dem Handlungsfeld „Bauen&Umwelt“ versucht, die Menschen in der Verbandsgemeinde vor zukünftigen Belastungen durch verschiedene Umwelteinwirkungen besser schützen zu können.
Im Handlungsfeld „Klimaneutrale Verbandsgemeindeverwaltung“ wurden Maßnahmen entwickelt, die unter anderem darauf abzielen, möglichst schnell und einfach Emissionen in der Wärmeversorgung des Gebäudebestands zu reduzieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einbau von Wärmepumpen und anderen klimafreundlichen Wärmeerzeugern sowie dem Ausbau der PV in den öffentlichen Liegenschaften. Erste Maßnahmen führten bereits zum Start der Umsetzungsplanung für vier Liegenschaften, darunter in der Grundschule Partenheim. Vorangegangen war eine Bilanzierung der kommunalen Liegenschaften auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde.
Der ausführliche Maßnahmenkatalog wird demnächst auf der Homepage der Verbandsgemeinde Wörrstadt veröffentlicht.
Des Weiteren wurden Strategien ausgearbeitet, wie der Klimaschutz in der Verbandsgemeinde weiter verstetigt werden kann, die Klimaschutzmaßnahmen überprüft und begleitet werden können sowie auch die Kommunikation im Bereich des Klimaschutzes noch verbessert werden kann.
Diese, und weitere Informationen sind in dem ausführlichen Endbericht enthalten, welcher demnächst auf der Homepage der Verbandsgemeinde Wörrstadt veröffentlicht wird.